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fernweh feat. sektion kuchikäschtli

 

(Text: H. Renner, P. Kroll, K. Laimer, Skero, Rennie;
Musik: P. Kroll,n Scratches: DJ Dan &Stimpee)


Rennie: I bi ma ständig am irede i geh eimol längr weg von do/ wo wedr mit dr Streetparade, no mit Beats und Raps wos goht/ wo ni nächer an Menscha bin als an Banka und Großkonzern/ und Leben eher bunt und farbig isch als kühl und hochmodern/ wo d´Lüt wenn´s an Job hän ehr glücklich als miad sind/ und nid glei usraschten, wenn ufem Heiweg selta an Ampla grüan wird/ wos nid zwichtigscht isch, daß alles schneller goht und lichter fallt/ und noch vorn blicksch, au ohni dass AHV und IV zahlsch
Übersetzung:
Ich rede mir ständig ein, dass ich einmal von hier weggehe/ wo weder mit der Streetparade noch mit Beats und Rap was geht/ wo ich näher an Menschen bin als an Banken und Grosskonzernen/ und das Leben eher bunt und farbig ist als kühl und hochmodern/ Wo die Leute, wenn sie einen Job haben, eher glücklich als müde sind/ und nicht gleich ausrasten wenn auf dem Heimweg selten eine Ampel grün wird/ wo es nicht das Wichtigste ist, dass alles schnell geht und leichter fällt und du nach vorne schaust auch ohne AHV und Pensionsversicherung zu zahlen
Flip: Es treibt mich raus aus meiner Wohnung so wie Vögel Richtung Süden, sitz zu lange schon im trüben Zimmer, Winterdepressionen gehen vorüber/ wünsch mir grüne Hügel, Flügel die mich tragen, zügelloses Leben, daß Erlebnisse sich überschlagen/ streck die Fühler aus, klau vom Horizont den Silberstreifen, Richtung Orient orientiert ins Morgenrot wie Pilgerreisen/ werd´ die Sorgen los, kurios wie sich die Bilder gleichen, denn fast jeder auf der Erde will das selbe Ziel erreichen.
Huckey: Ich will einfach einmal weg ohne zu wissen wo ich ankomm`/ nur mit Reisefieber als Ansporn mach ich irgendwo einen Neuanfang/ So wie Robinson Crusoe auf einer Insel in der Südsee/ nur die Fische könnten rappen und der Wind wär´ mein DJ/ Wo immer ich hingeh` dreh ich durch wie Don Quichote von La Mancha/ kämpf` gegen Windmühlen nicht mit Pferd und Lanze sondern mit Panzern!/ Ich als Double von Herrn Rossi der sein Glück zu finden wähnt/ denn nur der Traum ist was bleibt und der Versuch ist was zählt!
Chorus: Ich träum davon - einmal um die ganze Welt zu fliegen/ doch leider kommt´s - daß wir doch in unsri Gschäfti bliebn/ Ich will weg - mich packt wieder mal das Fernweh/ doch das Fenster zur Welt - isch halt noch wie vur min Fernseh/ Ich träum davon - einmal um die ganze Welt zu fliegen/ doch leider kommt´s - daß wir doch in unsri Gschäfti bliebn/ Ich will weg - mich packt wieder mal das Fernweh/ doch ich sitz grad so bequem und blieb a liebr vor mim Fernseh
Skero: Ich tipp nervös mit dem Finger auf den Globus, daheim in meiner Wohnung/ unendlich sind die Möglichkeiten, ich glaub ich brauch Erholung/ Flugzeuge ziehen Schneisen über meinen Belagonien/ solang die Kohle noch nicht reicht, mach ich Urlaub auf Balkonien/ Weit bin ich noch nicht gekommen, in meinem kurzen Leben/ doch eigentlich muß es das kleine auch im großen geben/ Viele Nationen sind vertreten in einer Stadt wie Wien/ ich geh nur einmal um die Ecke und triff alles was es gibt/ von New York bis Mozambique/ ihr wollt alles exklusiv, 7 Tage Paradies/ zum billigsten Tarif/ ich blätter durch die Bücher und reise in der Phantasie
Cut: Ständiges Warten kann einen lebendig begraben
Laima: Darum muß ich jetzt verreicen, hör den Flieger schon starten/ ich brauch 50 grad im Schatten/ Hängematten/ Badeschlappen/ brauch das alles aber schnell, denn ich kann nicht mehr länger warten/ ich muß weit weg/ weit weg von diesem Scheissdreck, der mich einengt/ ich brauch andere Menschen, Mentalitäten und Kulturen/ andere Kleidung, andere Autos, Frauen mit anderen Frisuren/ denn ich liebe Orte ohne Telefone und Uhren/ irgendwo in den Bergen, ohne viel Menschen und Ärger/ ich spür das Leben hier stärker/ weil ich hier wesentlich mehr hab/ hab hier hustlende Massen, die mir das Leben vermiesen/ Taxilenker, Taschendiebe, schlaue Schwindler, Trickbetrüger/ und obwohl ich das weiß, muss ich jetzt unbedingt rüber
Chorus
Flip:
Es ist nicht einfach wegzuziehen, die Wurzeln sitzen tief/ drum werden Ziele oft zum Hirngespinst, man bleibt dann lieber unter sich/ die Unvernunft wird eingeschränkt, die Reiselust wird eingedämmt/ der Ruf der weiten Welt verhallt im Eigenheim, wo wir uns dann mit Träumereien die Zeit vertreiben/ bis uns die Sehnsucht wieder drängt/ und wir ihr letztlich folgen wie dem Stern am Firmament
Rennie: ma üba Leit sich denkt wo anders zgoh, wo ni nid scho alles kennt/ und neui Sichtwiisa gwinna chann, anstatt Autos und Geld/ dr Summer länger aduurt als das eina Viartel vum Johr/ und du d Rescht nid wartscht und hoffst, daß Reisafiaber vergoht/ und jede einzeln Abig i zviel Energie hab zum ins Bett goh/ und i an im einzeln Tog mehr erleb und gsehn als an ner blöden Expo/ wo man spürt, daß ma lebt und seine Ziit mit Menscha gnüßt/ obwohl ma nid ein Wort verstoht und man sich doch ind Herza schlüßt
Übersetzung:
man sich über Leute denkt woanders hinzugehen wo man nicht schon alles kennt/ und neue Sichtweisen gewinnen kann anstatt Autos und Geld/ der Sommer länger dauert als das eine Viertel vom Jahr/ und du den Rest nicht darauf wartest, dass das Reisefieber vergeht/ und ich jeden einzelnen Abend zuviel Energie habe um ins Bett gehen/ und ich an einem einzigen Tag mehr erlebt und gesehen habe als bei einer blöden Expo/ wo man spürt, dass man lebt und seine Zeit mit Menschen geniesst/ obwohl man nicht ein Wort versteht und man sich doch ins Herz schliesst
Huckey: Ich düs´ davon/ und schicke Grüsse wie Neil Armstrong vom Mond/ Wie der Pabst küss´ ich den Boden denn ich bin der erste da oben!/ Vielleicht komm` ich aucj zurück als Andreas Baader 2/ Gründ die RAF neu/ und führ` sie Che Guevara like/ überleg` ob all das was bringen könnte und denke: eigentlich Nein!/ Vergiss die schönen Träume vorerst einmal und bleibe daheim!
Cuts: ein Ausdruck von Eindrücken - auf der Flucht ins Niemandsland - ein Ausdruck von Eindrücken - wenn ich durch die Welt lauf
Chorus

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