(Text:
H. Renner, P. Kroll, K. Laimer, Skero; Musik: P. Kroll)
SKERO: Es ist jeden Tag das gleiche Szenario: ein Spielplatz
für Erwachsene in Cocktailkleid und Cabrio. Für sie ist
das Casino nur ein Stadion ihrer Eitelkeiten, um Kleingeld zu verdienen
und sich von der besten Seite zeigen. Die andern sind schon Pleite
bevor sie das Lokal betreten, sie sind zwanghafte Spieler, im abgewetzten
Anzug, rauchen tausend Zigaretten, trinken Schnaps und Tequila. |
Die Damen an der Bar läßt das Spielfieber kalt, sie lassen
lieber die Gewinner für eine Runde zahlen. Getrennt davon im zweiten
Stock sind die Pensionisten, die an einarmigen Banditen ihre Fruchtcocktails
mischen. Das Schicksal ist am schwitzen, Risiko ist Pflichtprogramm. Wer
ist blank, wer sprengt die Bank, wer rennt noch schnell zum Bankomat,
wenn hier ein Gast Randale macht wie dieser Arsch am Roulettetisch, dann
schick ich ihm Securities: Seht ihr das nicht, da läuft was schief,
der Idiot vom siebener Tisch wirft mit Jetons wie wild um sich, Lokalverbot
und raus mit ihm, dann kann er draußen weiter spielen!
CHORUS: Auch wenn du kein Spieler bist,
weißt du worum es geht. Im Casino ist der Spieljeton der Mittelpunkt
der Welt. Die Kugel fällt und bestimmt das Geld, das der Spieler
heut kassiert, doch meisten ist es umgekehrt, weil der Großteil
nur verliert.
HUCKEY: Gewonnen, gewonnen, gewonnen! Ist
ja unfassbar! Rück rüber mit´n Zaster und bring noch
mehr von dem Sprudelwasser. Noch eine Flasche Schampus und gleich einen
neuen Anzug. Ich wollt´eh´ schon immer fein angezogen in
die Oper gehen und ein paar hübschen Damen den Kopf verdrehen.
Ein paar Obergescheiten den Arsch aufreissen und ihnen Sachen unterbreiten
die sie eh´ gar nicht begreifen. Wer sagt da: "Aus!" und "Jetzt
genügt´s"? Von wegen: Neue Runde, neues Glück! Fortuna
hat mir einen Kuß geschickt und gewinnen bin ich auch schon gewohnt,
also worauf setz ich jetzt meine Jetons? 0,1,2,3,4,5,6,7, ist egal,
sind eh´ alles nur Zahlen, also komm´ schon laß´
die Kugel fliegen! Rien ne va plus! Ey, was ist das jetzt? Die Kugel
fällt auf 6 und ich hab´ auf die 11 gesetzt! Wieso klappt
das heute nicht? Ich hau´ mit den Fäusten auf den Tisch und
beginne inzwischen das Spielfeld mit dem Ärmel aufzuwischen. Meine
Zukunft ist verschissen, das hab´ ich hiermit begriffen. DerCroupier
schaut skeptisch, und schon baut sich der Rauswerfer auf vor´m
Roulttetisch. Ich frag´ mich was das für ein Prolet ist und
schrei´ noch: "Alter, leck mich!". Doch er schnappt mich und schleift
mich raus über´n Teppich.
CHORUS
FLIP: Wie jede Nacht mach ich mich um halb acht auf den Weg zu
meinem Arbeitsplatz, beginn mit den Worten: "Bitte Ihr Einsatz!" Für
Mitleid ist hier kein Platz, ich bin professionell, manche gewinnen
vielleicht, aber die meisten verzocken ihr Geld. Wie z.B. Herr T., der
fast jede Nacht beim Roulette sitzt, er hat schon überall gespielt,
ob Las Vegas oder Chemnitz. Ich seh, daß er schon wieder sein
todsicheres System setzt, bald hat er auch hier Spielverbot wie schon
in Wien und Bregenz. Doch solange er von der Bank noch ein wenig Kredit
kriegt, wird er kommen, damit er seinen Spieltrieb befriedigt. Heute
scheint ihm einmal Fortuna hold zu sein, sein Einsatz verdreifacht,
Stirn und Hemd sind schweißnaß. Voll des blinden Eifers
setzt er weiter wie verrückt, einstweilen schreibt er Gewinne doch
wie lang noch bleibt das Glück an seiner Seite? Kreist bereits
der Pleitegeier über seinem Haupt, hört er auf, bevor ihm
die Spielsucht den Verstand raubt? Nächste Runde, ich wirf die
Kugel ins Roulette, er setzt sein ganzes Geld auf elf, die Kugel landet
auf der sechs. Nach ´ner schrecksekunde flippt er aus, doch nicht
in diesem Haus, ich hol den Aufpasser, der schnappt ihn und kickt ihn
raus.
CHORUS
LAIMA: Schon am Gesicht eines Spielers
check' ich ab, ob er Schwierigkeiten macht, was er zu verbergen hat,
wenn er die Schulden bezahlt ist alles wieder im Lot und wenn nicht,
geht's vor Gericht und der Typ hat Spielverbot. Mein Body ist ein Panzer,
ich bin seit Jahren durchtrainiert, kommt mir einer ungeniert, bau ich
mich kurz vor ihm auf, schau ihm tief in die Augen und vor Angst wirft
er sich selber raus. Seht ihr den Kleinen, das wird mein nächster
Kandidat, wie er sich beim Gewinnen freut und der Blonden auf den Hintern
starrt. Was macht er jetzt der Idiot, er setzt alles auf die 11 und
rot, er wird verlieren und sich aufführen und kriegt Hausverbot.
Ich hab's gewusst, es kommt die 6, er starrt den Tisch an, ganz perplex,
wirft im Affekt, die Nerven weg und wischt das ganze Geld vom Spielfeld
und als vom Boss der Funkspruch kommt, pack ich ihm am Kummerbund und
während er noch LECK MICH schreit, kriegt er nen Tritt und fliegt
über den Gehsteig.
|